Simon auf Weltreise

Meine Abenteuer in Neuseeland und Südamerika 2008/2009

Bolivia im Schnelldurchlauf

Posted on | Februar 19, 2009 |

Es hat sich einiges getan hier auf meiner Reise in Bolivien. Seit langer Zeit habe ich hier in La Paz nun endlich mal wieder Wireless Internet, und damit auch die Moeglichkeit, einen schon fast vergessenen Blog-Eintrag online zu stellen, den ich vor etwa 2 Wochen geschrieben habe. Als ich ihn gerade nochmal ueberflogen, musste ich feststellen: Wow, es hat sich wirklich einiges getan in den letzten Tagen und Wochen. Inzwischen komme ich gut zurecht hier, der Kulturschock ist sozusagen ueberwunden. Stunden- und tagelange Busfahrten werden zur Gewohnheit, naechtliche Spaziergaenge und Kneipenbesuche werden selbstverstaendlich und auch die spanische Sprache ist mir nicht mehr so fremd wie zu Beginn.
Ich glaube, ich kann zweifellos sagen, dass die letzten zwei Wochen wohl die faszinierendsten Tagen meiner bisherigen Reise waren: Wueste, Silberminen, Lagunen, Salzseen, Grossstadt, Dschungel, Pampas, Alkohol, und viele nette Menschen… Sehr schwer, das alles in einem einzigen Blog-Eintrag unterzubringen.
Naja, ich versuchs trotzdem mal und starte einfach mal genau dort, wo der letzte Beitrag aufgehoerte.

Aus der Busfahrt von Sucre nach Potosi wurde leider nichts, da wir den letzten Bus um 18 Uhr verpasst haben. Da Marc und Adam allerdings ein wenig unter Zeitdruck standen und noch am selben Abend in Potosi sein wollten, nahmen wir kurzerhand ein “Express Taxi” fuer die 2,5stuendige Fahrt. Im Nachhinein war die Entscheidung gar nicht so schlecht. Wir mussten im Vergleich zum Bus nur 1-2 Euro mehr zahlen und konnten dafuer eine konfortable und schnelle Reise geniessen.
Potosi nennt sich selbst die “hoechstgelegene Stadt der Welt” mit dem hoechstgelgegenen Flughafen weltweit. Ob das wirklich stimmt, kann ich nicht bestaetigen, aber ein wenig durchschnaufen musste man allemal, nachdem man die Treppen zur 3.Etage des Hostels erreicht hatte. Die Stadt Potosi ist vor allem beruehmt fuer seine Silberminen, was dazu fuehrte, dass vor langer Zeit hier einmal die reichste (und groesste) Siedlung Suedamerikas lag. Der Reichtum ist inzwischen ein wenig verflogen, die Minen werden allerdings noch immer betrieben. Grund genug, an einer Tour zu den Minen teilzunehmen, wo hunderte Menschen tagtaeglich unter menschenunwuerdigen Bedingungen ihren Lohn verdienen. Erste Station war ein Markt, wo wir Geschenke fuer die Arbeiter kaufen konnten. Wir entschieden uns fuer ein wenig Dynamit und eine Flasche Cola und machten uns mit Headlight und Helm auf den Weg zum Eingang der Minen. Von dort kaempften wir uns durch schmale Duchgaenge und ueber Leitern hinab bis ins 4.Level, wo wir einige Arbeiter bei der schweisstreibenden Arbeit helfend zur Hand gehen konnten. Da alle Minenarbeiter “selbststaendig” arbeiten, also selbst fuer Dynamit, Werkzeug etc. aufkommen muessen, nahmen sie unsere Geschenke natuerlich dankbar entgegen. Aus Geldmangel muessen die meisten Arbeiter komplett auf jegliches elektronisches Werkzeug verzichten und sich nur mit Hammer und Meissel vorarbeiten, was die Arbeit natuerlich noch muehsamer macht. Wieder zurueck an der Oberflaeche durften wir schliesslich auch selbst ein wenig Dynamit zuenden und konnten so dessen gewaltige Wirkung mit eigenen Augen nachvollziehen.
Bevor es am naechsten Tag weiter nach Uyuni gehen sollte, besuchten wir am abend - auf Einladung von unserem Guide - schliesslich noch ein Fussballspiel der Copa Lipertadores. Leider besiegten die brasilianischen Gaeste das Team aus Potosi. Naja, war trotzdem ganz nett, wenn auch ein wenig kalt dort auf ueber 4000 Meter Hoehe.

Hostel in Potosi Auf dem Weg zu den Minen Mein Geschenk an die Minenarbeiter Potosi Eingang zu den Minen In den Minen von Potosi Juhu, ich habe Silber gefunden Minenarbeiter Zuenden von Dynamite Bang, Bang Fussball in Potosi Potosi bei Nacht

Die achtstuendige Busfahrt nach Uyuni verlief zwar durch atemberaubende Landschaft, war aber ansonsten ereignislos. Uyuni selbst ist eine kleine Stadt, die scheinbar voellig vom Tourismus zu leben scheint, und somit Ausgangspunkt ist fuer die Touren zum beruehmten Salzsee (Salar de Uyuni) und den zahlreichen Vulkanen und Lagunen in der “naehreren” Umgebung. Ein Tour Operator reiht sich dort an den naechsten und versucht, Touristen zu ueberzeugen, bei ihm zu buchen. Wir haben uns also auch fuer eine 3-Tages-Tour bei einem netten kleinen Anbieter entschieden und am naechsten Morgen ging es dann auch schon los. Unser Jeep war ok, wenn auch etwas alt (aelter als ich), etwas langsam, etwas eng und ohne Musik-Anlage, das Essen war erstaunlicherweise richtig gut, und meine Mitfahrer (neben Adam, Marc und mir kamen noch ein Daene, ein Hollaender und ein Australier dazu) waren auch sehr nett. Gemeinsam verbrachten wir also drei Tage inmitten einer der faszinierendsten und atemberaubendsten Landschaften, die ich je gesehen habe: Der groesste Salzsee der Welt, duzende wunderschoene Lagunen mit Flamingos, trockene Wuesten, seltsame Steinformationen, verlassene Doerfer im Nirgendwo, Hot Springs und Minusgrade. Es waere muessig, hier an dieser Stelle ueber jede Einzelheit zu berichten. Aber ich denke, die Bilder sprechen deutliche Worte…

Auf dem Weg nach Uyuni Das Office unseres Tour Operators Zug-Friedhof Salar de Uyuni Salar de Uyuni Salar de Uyuni Salz-Hotel Im Jeep Isla del Pescado Isla del Pescado Ein Lama San Juan Uyuni im Hintergrund Lagune mit Flamingos Noch eine Lagune Flamingo beim Flugversuch Wueste Mittagspause in der Wueste Laguna Colorada Hot Springs

Nach einem erholsamen Tag zurueck in Uyuni und einer weiteren ca. 15stuendigen Busfahrt erreichte ich schliesslich La Paz, wo ich mich mit Ben, dem Hollaender, den ich auf der Tour in Uyuni kennenlernte, treffen wollte. Gemeinsam wollten wir es wagen und uns fuer eine Woche in den bolivianischen Dschungel verabschieden. Jaqueline, auch aus Holland, schloss sich uns an. Zuvor jedoch hatte ausreicchend Gelegenheit, die groesste Stadt Boliviens ein wenig naeher zu erkunden. Zeit genug, um unter anderem dem Gefaengnis von La Paz einen Besuch abzustatten. Gefuehrt von einem ehemaligen Insassen konnte man so einen Einblick in das reale Leben der Gefangenen gewinnen. Zwar wurde uns von brutalsten und unheimlichsten Morden und sonstigen Geschehnissen berichtet, allerdings machte das Gefaengnis auf mich nicht den Eindruck, dass sich die Insassen allzu schlecht fuehlen. Alles schien eher wie ein “kleines Dorf”, mit diversen Verkaufsstaenden, Fernsehern und sogar einem Fussballfeld.

Prison San Pedro in La Paz Im Prison von La Paz Gefaengnis von La Paz Im Prison San Pedro Ueber den Daechern von La Paz La Paz

Am naechsten Morgen ging die Reise schliesslich los. Die “Strasse” hinab in die Jungas war in denkbar schlechtem Zustand und die tausenden Schlaglaecher und Steine machten das Reisen nicht unbedingt angenehm, aber trotzdem erreichten wir schliesslich nach etwa 18 Stunden wohlbehalten unser Ziel in Rurrenbaque. Obwohl es erst halb sechs Uhr morgens war, war ein Hostal schnell gefunden, direkt am Fluss und mit supertollen Haengematten. Unserer 3-Tages-Tour stand also nichts mehr im Wege.
Nach einer dreistuendigen Jeeptour erreichten wir (neben Ben und Jaqueline waren zwei weitere Hollaenderinnen sowie drei Briten mit an Bord) schliesslich ein kleines Doerfchen mit einem Restaurant fuers Mittagessen. Dort dann ein erster Einblick in das, was uns in den kommenden Tagen erwartet: ein riesen Stacheltier-Schwein-Wasauchimmer unter dem Essens-Tisch und ein Spider Monkey, ein Affe mit unglaublich langen Armen und Fuessen, gleich daneben. Der Affe wusste natuerlich sofort, was zu tun war, und zoegerte nicht, gleich auf meinen Ruecken und meinen Kopf zu klettern. Seltsames Gefuehl. Nun gut, die fernen Auslaeufer des Amazonas waren von dort nicht mehr weit und so konnten wir schliesslich am Nachmittag endlich auf ein schmales Boot uebersetzen. Die folgenden zwei Stunden Boots-Fahrt zu unserer Unterkunft gaben dann einen ersten Einblick in die vielfaeltige Tierwelt der Pampas: hunderte verschiedene Vogelarten, pinke Delphine, grosse Affen, kleine Affen usw…
Angekommen bei der Unterkunft dann wieder die naechste seltsame Entdeckung: Ein grosses Krokodil direkt vor der Anlegestelle. Unser Guide erklaerte uns, dass sei unser Haustier mit dem Namen Pedro und so konnten wir uns schnell mit ihm anfreunden und es sogar ein wenig streicheln. Dass allerdings nicht mit allen Tieren zu scherzen ist, wurde uns allerdings gleich darauf klar, als er ein 6 Meter Kaiman mit einem Stueck Fleisch anlockte, welches er dann kurzum mit einem Bissen verschlang. Dieses Tier moechte ich lieber nicht streicheln. Den ersten Tag liessen wir dann gemuetlich bei Kartenspiel, Bier und auf den Haengematten ausklingen.
Der zweite Tag begann mit der Suche nach Anacondas auf einer weiten Sumpfflaeche etwa eine halbe Stunde Bootsfahrt von der Unterkunft entfernt. Leider hat es in der Nacht viel geregnet, so dass wir zwar staendig knietief im Wasser versanken, aber ausser tausenden Mosquitos, riesen Heuschrecken und Blutegeln leider keine Anaconda finden konnten. Aufregend war es trotzdem, da jeder alleine in eine Richtung geschickt wurde, um nach dem riesen Tier zu suchen und man staendig damit rechnen musste, ploetzlich von der Riesenschlange umzingelt zu werden. Naja, ich hatte mich ja Gott sei Dank mit meinem Schweizer Taschenmesser bewaffnet, ich bin mir gewesen, ich haette es besiegen koennen ;-)

Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Bad im dreckigen, aber angenehmen Fluss, um mit den pinken Delphinen zu schwimmen, denen es sichtlich genauso viel Spass machte wie uns selbst. Erfrischend war das Bad allemal, da man bei den etwa 30 Grad Lufttemperatur trotzdem staendig mit langer Kleidung herum gelaufen ist, um nicht staendig von den Mosquitos gestochen zu werden. Ein weitere Hoehepunkt folgte dann nach Einbruch der Dunkelheit als wir uns mit Taschenlampen bewaffnet wieder auf den Weg ueber den Fluss machten. Wenige Minuten von der Unterkunft entfernt fanden wir schliesslich das, wonach wir suchten: Ein Mini-Krokodil, wenige Monate alt, knapp 20 Zentimeter gross und schwach genug, damit ich es ohne grosse Gefahr in den Haenden halten konnte.

Nach einem weiteren Bad mit den Delphinen am naechsten Morgen ging es wieder langsam aber sicher auf den Rueckweg in Richtung Zivilisation. Nach einer letzten feucht-froehlichen Nacht auf denn Strassen Rurrenbaques machten wir uns schliesslich am naechsten Morgen wieder auf die lange Rueckreise nach La Paz. Unsere Wegbegleiter entschlossen sich allesamt fuer einen teuren Rueckflug nach La Paz, den sie schon im Voraus gebucht hatten, und so begab ich mich allein mit Jaqueline wieder auf die Busfahrt zurueck in die “Hauptstadt”.

Auf dem Weg nach Rurrenbaque Auf dem Weg nach Rurrenbaque Hostal in Rurrenbaque Auf dem Weg in die Pampas Seltsames Wildschwein Spider Monkey Mit dem Boot durch die Pampas Schildkroeten Kleiner Affe Unser Haustier Pedro Kaiman Auf der Suche nach Anacondas Riesige Heuschrecke Swimming with Dolphins Sonnenuntergang in den Pampas Mini-Krokodil Riesen Spinne Zurueck in Rurrenbaque

Ein wenig muede, aber wohlauf sind wir nun hier im etwas teureren aber luzurioesen Loki-Hostel in La Paz angekommen, wo ich endlich mal wieder Wireless Internet-Zugang geniessen kann. Morgen solls aber auch schon wieder weiter gehen. Wahrscheinlich zum beruehmten Carneval nach Ururo. Ist aber noch nicht sicher, da die Unterkuenfte dort schon seit Wochen ausgebucht sind. Wir werden trotzdem versuchen, irgendetwas brauchbares zu finden. Mal sehen, ob das klappt…

Comments

2 Responses to “Bolivia im Schnelldurchlauf”

  1. Falko
    Februar 26th, 2009 @ 21:31

    War der Andy da auch in der Wüste?

  2. knidlyBinkada
    Juni 22nd, 2009 @ 13:44

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