Simon auf Weltreise

Meine Abenteuer in Neuseeland und Südamerika 2008/2009

Una cerveza, por favor

Posted on | Februar 5, 2009 |

Edit: Sorry, der Artikel ist schon etwas aelter. Leider kam ich erst gerade jetzt dazu, ihn online zu stellen…

Wenn ich mich recht erinnere, war das (”Una cerveza, por favor”) mein erster spanischer Satz, als ich im Flugzeug nach Buenos Aires ein Bier haben wollte. Seit etwa einer Woche bin ich nun schon in Suedamerika unterwegs, und das meiste kommt mir immer noch ganz schoen spanisch vor. Aber obwohl ich fast jedes Mal aufs Neue ueberfordert bin, wenn mich am Busterminal oder sonst wo irgendjemand auf Spanisch voll quatscht, hat doch eigentlich bisher alles ganz gut hingehauen: Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben erfolgreich Taxi gefahren, habe schon einige Busfahrten in Bolivien hinter mir, war auch schon abends bei Dunkelheit auf Boliviens Strassen unterwegs und habe erfahren, dass das Kaufen einer einfachen Cola ganz schoen lustig werden kann. Doch dazu spaeter mehr…

Im Moment sitze ich hier mit meinem Notebook auf dem zentralen Plaza von Sucre, der offiziellen Hauptstadt Boliviens. Man kann es kaum glauben, aber ja, hier gibt es free wireless Internet. Morgens wimmelt es hier von Studenten, Schuelern und zahlreichen Polizisten, und so fuehlt man sich eigentlich alles andere als unsicher. Eigentlich koennte es auch in jeder spanischen oder sueditalienischen Kleinstadt so aussehen. Leider gibt es natuerlich auch viele, bettelnde Strassenkinder. Hier auf diesem Platz wollen sie meistens Schuhe putzen und so ein paar Pesos dazu verdienen. Gerade eben hat sich einer von diesen Jungen neben mich gesetzt, nachdem ich ihm erklaert habe, dass meine Schuhe schon sauber sind. Er meinte, eigentlich sollte er jetzt zur Schule gehen, aber er hat heute keine Lust bis um sechs Uhr zu lernen und putzt lieber noch ein paar Schuhe um ein wenig Geld zu verdienen. Nunja, ein wenig scheint er wenigstens schon gelernt zu haben, zumindest wusste er, dass Angela Merkel die deutsche Bundeskanzlerin ist und dass Berlin die Hauptstadt ist. Eigentlich nicht schlecht. Ich habe ihm dann ein paar Pesos geben, er hat sich ein Eis gekauft und sich artig bedankt. Sehr nett!

Mein letztes Bild aus NZ Die breiteste Strasse der Welt In La Boca Stadion der Boca Juniors La Racoletta Friedhof Auf dem Racoletta Friedhof

Gestern morgen bin ich hier in Sucre angekommen, sozusagen meiner dritten Station in Suedamerika. Die ersten drei Tage verbrachte ich ja noch in Buenos Aires, Argentinien, einer sehr maechtigen, grossen Stadt, deren Zentrum sehr einer europaeischen Grosstadt gleicht (auch preislich). Leider hatte ich ein wenig mit meinem neuseelaendischen Jetlag zu kaempfen, und so blieben mir im Prinzip nur zwei Nachmittage/Abende zur Stadterkundung. Den von Andy empfohlenen Tagesauflug nach Uruguay konnte ich daher zwar nicht wahrnehmen, aber einen ersten Eindruck von Suedamerika habe ich trotzdem bekommen. Zum Beispiel beim Spaziergang/Wanderung nach La Boca, einem der aermsten Viertel von B.A. und Heimat der bekannten Boca Juniors, deren 80.000-Zuschauer-Stadion dort einfach mal so inmitten der Wohnblocks steht. Umgeben von kleinen Kindern, die mitten in der Sonne auf der dreckigen Strasse liegen und schlafen (oder Fussball spielen), verfolgt von ausgehungerten Strassenkoetern und beaeugt von zahlreichen anderen Bewohnern, ist es dann doch auf jeden Fall ein unglaublich seltsames Gefuehl, dort seine digitale Spiegelreflex-Kamera aus dem Rucksack zu holen und Fotos zu schiessen.
Mein Weiterflug am Samstag nach Santa Cruz en la Sierra wurde leider auf 8 Uhr morgens verschoben, so dass ein Taxi die einzige sinnvolle Variante war, rechtzeitig am Flughafen angekommen. Die erste Taxifahrt in meinem Leben (nein, das ist kein Scherz!) verlief allerdings recht ereignislos, genauso wie der Flug selbst.

Kathedrale in Santa Cruz Santa Cruz Main Plaza in Santa Cruz Restaurant in Santa Cruz Carneval in Santa Cruz Carneval in Santa Cruz

Angekommen am Flughafen in Santa Cruz - wolkenlos bei etwa 30 Grad - dann die erste Konfrontation mit den bolivianischen Eigenarten. Kontrollen am Flughafen? Fehlanzeige! Tueren am Bus? Fehlanzeige! Strassenschilder, Ampeln, geteerte Wege? Fehlanzeige! Englischsprechende Menschen? Nein, natuerlich auch nicht! Nunja, es war eine krasse Umgewoehnung, aber irgendwie hab ich mich trotzdem zurecht gefunden. Nachdem ich im Hostel (3 Euro pro Nacht) eingecheckt habe, konnte ich mich erst einmal bei einem leckeren Steak mit frisch gepresstem Orangensaft (ca. 4 Euro insgesamt) ordentlich erhohlen. Die naechste seltsame Aktion folgte aber gleich danach, als ich mir in einem kleinen Strassenladen eine ganz normale Flasche Cola kaufen wollte. Eigentlich war alles klar: der etwa 8jaehrige Verkaufer hat mich verstanden und ich habe gezahlt. Dann fragte er mich noch: “En una bolsa?” (bolsa=Tasche), worauf ich meinte “Si, por favor” - so ne Plastiktuete kann man ja immer mal gebrauchen. Ich dachte, damit sei alles klar, doch was macht der Kerl? Er schraubt die Flasche auf und giesst den Inhalt(!) in die Plastiktuete! Ich konnte ihn noch rechtzeitig abhalten, bevor die Flasche leer war, und bin dann etwas verwirrt mit der halbleeren Flasche aus dem Laden gelaufen. Soll ich aus der Plastiktuete trinken oder wie!? Abends gabs dann noch bei unglaublich toller und friedlicher Stimmung einen netten Karnevalsumzug zu bestaunen, bevor ich dann am naechsten Tag am Bus-Terminal noch den allerletzten Platz im Nachtbus nach Sucre ergattern konnte. Obwohl der Zustand der Strassen unglaublich schlecht war und der Bus mitten in der Nacht auch noch eine kleine Panne hatte, war die 15stuendige Busfahrt doch recht angenehm. Zumindest haben sich die 5 Dollar Aufpreis fuer einen “bus cama” auf jeden Fall gelohnt, so dass ich zumindest mit ein wenig Schlaf am Morgen in Sucre ankam.

Sucre Empanada Auf dem Weg zum Kletterfelsen Rock Climbing Ich beim Roch Climbing Unser Team beim Rock Climbing Sucre Sucre bei Nacht

Ausgestattet mit meiner neuen Reiselektuere “Die Saeulen der Erde”, gekauft fuer knapp 3 Euro beim Book Exchange des Restaurants ‘El German”, traf ich schliesslich zufaellig auf eine von einem Belgier betriebene Kneipe, wo man kleine Touren in der Umgebung (Horse Riding, Hiking, Rock Climbing, etc.) buchen konnte. Ich habe mich fuers “Rock Climbing” entschieden, und so fand ich mich heute morgen zusammen mit drei Briten, einer Hollaenderin und unserem bolivianischen Guide am Fusse einer knapp 30 Meter hohen Felswand wieder, die es mit Helm, Seil und Karabiner auf verschiedenen Routen zu besteigen galt. Ich bin bisher zwar schon viel gewandert, aber noch nie so richtig an einer steilen Wand geklettert, aber ich muss sagen: Wow, das macht riesen Spass, auch wenn man durchaus die knapp 3000 Meter Hohe spuert und gerade die letzten Versuche ziemlich ermuedend waren.

Jetzt sitze ich also hier in der Sonne mitten im schoenen Sucre, spuere ein wenig meine Muskeln vom Klettern, und bin froh, dass mich der Hostel-Owner in S.C. dazu ueberredet hat, ueber Sucre und nicht ueber Cochabamba nach Uyuni zu fahren. Zusammen mit den beiden Briten Adam und Marc, die ich heute beim Klettern kennengelernt habe, werde ich wsl. noch heute abend weiter nach Potosi (4000 Meter) fahren. Alleine reisen ist naemlich ganz schoen anstrengend, ein wenig Gesellschaft tut sicher ganz gut…

Comments

One Response to “Una cerveza, por favor”

  1. Gavin Lungwitz
    Januar 12th, 2011 @ 07:14

    There is clearly a whole lot to know about this. I think you created some beneficial points in Characteristics also.
    Keep working , fantastic occupation!

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