Simon auf Weltreise

Meine Abenteuer in Neuseeland und Südamerika 2008/2009

Gracias y Adios

Posted on | März 25, 2009 | 6 Comments

Desoefteren habe ich im letzten halben Jahr an diesen heutigen Tag gedacht, den letzten Tag meiner Reise, und mit einigem Wehmut blicke ich zurueck auf die vergangene Zeit. Ende August 2008 habe ich Deutschland verlassen. Ziemlich genau 7 Monate sind seitdem vergangen, in denen ich viel erlebt habe, sehr viel. Es waren lehrreiche, interessante, spannende, amuesante, nicht immer ganz einfache und unkomplizierte, aber dennoch schoene Tage gewesen. Ich habe zwei Kontinente besucht, bin mit dem Flugzeug quasi einmal um die Welt geflogen, habe ueber 6000km mit dem Auto in Neuseeland zurueckgelegt und bin ueber 250 Stunden (=1,5 Wochen) in Suedamerika Bus/Jeep gefahren (darunter uebrigens 11(!) Nachtbusfahrten), dazu kommen einige Stunden per Boot und Mountainbike und viele, viele, sehr viele Kilometer zu Fuss. Ich habe oft versucht, das “Aussergewoehnliche” zu erleben, “off the track” zu bleiben, was mir manchmal, nicht immer, gelungen ist. Neue Erfahrungen gab es allemal. Nicht selten hatte ich mit den fremden Sprachen zu kaempfen, konnte tagelang kein einziges deutsches Wort sprechen und fuehlte mich trotzdem wohl. Ich habe mit dutzenden und hunderten neuen, netten Menschen Freundschaft geschlossen, faszinierende und doch so unterschiedliche Laender, Sitten, Kulturen, Landschaften kennengelernt und so wahrscheinlich auch mein eigenes Weltbild ein wenig “zurecht ruecken” koennen. Es war sicherlich kein Urlaub zum Relaxen gewesen, es war eine anstrengende Reise, aber ich bereue nichts.

Neuseeland und Suedamerika haetten unterschiedlicher kaum sein koennen. NZ ist klein, in SA ist alles einfach groesser (abgesehen von den Einwohnern). NZ ist malerisch, freundlich und ein Top-Reiseziel, SA ist atemberaubend, exzessiv und eine Herausforderung. NZ ist ein sicheres Touristenparadies, SA erfordert staendige Aufmerksamkeit und viel Selbstaendigkeit. NZ ist sauber, gruen und teuer, SA ist dreckig, laut, braun, bunt und sehr billig. NZ ist fest in der Hand von 18-22jaehrigen, deutschen Touristen, in Suedamerika findet man kaum Gringos unter 25 Jahren. Mit einem Wort: NZ ist toll, aber gewoehnlich, Suedamerika ist anders und damit ein “echtes” Abenteuer. Es ist unmoeglich, pauschal zu sagen, was mir besser gefallen hat, ich bin einfach froh, dass ich beide Seiten kennenlernen durfte.

Ich moechte mich bedanken bei so vielen Leuten: bei all meinen Blog-Lesern und E-Mail-Schreibern von zu Hause, bei Tom, Mike C., Malcolm, Jason, Neo, Ivone und all meinen anderen Kollegen von gardyneHOLT, die mich von Anfang an so freundlich aufgenommen und meinen Aufenthalt in Auckland so angenehm gestaltet haben, natuerlich auch bei allen deutschen (und nicht-deutschen) Praktikanten-Stammtisch-Kollegen (danke fuers Paket-Verschiffen, Ivo). Ein grosses Dankeschoen an Miho und alle anderen “Flatties” fuer die netten gemeinsamen Stunden und Gespraeche. Danke an Susann, Lars, Hanna, Resi und Max (CU in B.!), danke an Marc, Adam, Ben, Jaqueline, Jakob, Jo, Diana, Chris und all die anderen, dutzenden Travel-Mates, die ich waehrend meiner Reise kennenlernen durfte. Es war mir ein Vergnuegen!
The biggest ‘thank you’ is for you, Bon, the nicest person I’ve ever met on this planet; thank you not only for the deal with your car, but also for the countless funny and encouraging hours we could spend together. Sweet as, amigo!
Schliesslich und endlich Danke an einen Eltern (gilt auch fuer den Rest der Familie) fuer die Unterstuetzung in jeglicher Hinsicht und die vielen aufmunternden Worte (trotz ihrer verstaendlichen Besorgnis).

Ich glaube, gerade wenn man so lange unterwegs ist, lernt manche Dinge aus der Heimat wirklich richtig zu schaetzen: Essen, Gewohnheiten, gute Freunde, einen richtigen Alltag. Ich glaube es dauert einige Zeit, dann fuehle ich mich wieder richtig wohl “zu Hause”. Ich glaube, ich lege mich zuerst einmal einen Tag lang auf die Couch vor den Fernseher und geniesse das sichere Zuhause, wo man nicht staendig auf Passport und Kreditkarte aufpassen muss. Sauerbraten mit Kloessen waere auch nicht schlecht, dazu eine richtig gute Brotzeit mit Bier. Yammi, yammi. Ich sage ‘Danke’ und ‘Auf Wiedersehen’, Deutschland, ich komme!

Dem Ende entgegen…

Posted on | März 23, 2009 | 2 Comments

Update: 25.03.09, siehe unten

Tja, was soll ich sagen? Ich bin inzwischen (fast) am Ziel meiner Reise angekommen, eigentlich habe ich nur noch eine einzige Busfahrt/Taxifahrt vor mir, und das ist die vom Hostel zum Flughafen in Bogota. Fuehlt sich gut an, und fuehlt sich anstrengend an. Ich bin froh, dass es mir noch gut geht und ich bin froh, dass ich bald wieder in gewohntem Umfeld bin, ein geordnetes Leben leben kann, denn das staendige Reisen, Busfahren, Hostel suchen, Adventure, Leute kennen lernen, Socialising und so weiter ist ganz schoen ermuedend. Besonders, wenn man so wenig Zeit hat wie ich und trotzdem moeglichst viel erleben will. Viel erlebt habe ich mal wieder in den vergangenen Tagen. Ich bin bei Schneeregen auf etwa 5000 Meter Hoehe gewandert, habe nachts um 5 Uhr meinen Rucksack erfolgreich gegen einen Halunken verteidigt, wurde unter gewaltigen, eiskalten Wassermassen zwischen Felsen und einem Rafting-Boot gefangen gehalten und bin schliesslich 60 Meter in die Tiefe gefallen - das alles ohne schwerwiegende Verletzungen… Hoert sich abenteuerlich an, war es auch.
Vielleicht ist es einfach nur Faulheit, vielleicht auch ein Zeichen meiner zunehmenden Reisemuedigkeit, aber irgendwie habe ich gerade keine Lust, vollstaendige deutsche Saetze zu formulieren, daher die vergangenen zwei Wochen mal zusammenhanglos im Schnelldurchlauf, ich lasse meinen Gedanken einfach freien Lauf:

07.03.-08.03.: Lima, Peru
Zusammen mit Diana und Chris gings weiter von Cuzco nach Lima, laengste Busfahrt meiner gesamten Reise, 21h, aber gluecklicherweise zwei Sitze fuer mich alleine - plus 5(!) Filme. Lima selbst: nicht gerade huebsch, aber warm, schlechte Luft, viel Verkehr, modern. Schnell weiter. Nachtbus nach Huaraz.

Yeah, zwei Sitze fuer mich Lima Lima Touristisches Zentrum in Lima Ceviche Mixto, Lecker

09.03.-13.03.: Huaraz, Cordilleras Blancas, Peru
Huaraz, 3000m Hoehe, Adventure-Zentrum in den Cordilleras Blancas, touristisch. Nettes Hostal (Churup), ganzen Dorm fuer mich alleine (Grund:Low Season), erstmal den ganzen Nachmittag bei kostenlosem W-Lan im Cafe gechillt. Ice Climbing leider nicht moeglich (Grund: Low Season), daher 3-Tages-Trekking-Tour (Santa Cruz Trek) gebucht, beim billigsten Anbieter. Abends die Nachricht, der Trek sei am kommenden Tag doch nicht moeglich, da Streik ueberall, erst am Mittwoch geht’s los. Na gut. Einen ganzen Tag lang nichts tun? Unmoeglich! Also: Mit drei anderen Reisenden aus dem Hostel (Deutschland, Holland, Kanada) Moutainbikes geliehen. Ziel: 12km bergauf zu einer Lagune. Es regnet. Weg ist schlecht, alles voller Steine. Kalt. Wenige km vor dem Ziel: Flat tire. Wir schieben die Raeder. Es ist 16 Uhr, wir sind immer noch nicht da. Alles in Wolken, man kann eh wenig sehen. Zeit, umzukehren. Down-Hill-Fahrt ist deutlich spassiger, aber verdammt kalt. Immer noch Regen. Alles nass. Es ist dunkel, wir kommen endlich wieder in Huaraz an. Verdammt, das war anstrengend!

Naechster Morgen, Mittwoch, 6 Uhr: Der Santa Cruz Trek geht los. Mit dabei: Zwei Schweizer (franzoesisch), zwei Kanadierinnen, netter Guide und zwei Esel fuers Gepaeck. Ich trage meinen Rucksack selbst, bin ja nicht im Kindergarten. Erster Tag: lange Anfahrt, anschliessend 10km leicht aufsteigend, viele Wolken, Gipfel der 6000er rundherum aber manchmal erkennbar, glitzernde Gletscher in der Sonne. Neid: Verdammt, ich will auch auf den Gipfel! Wir erreichen den ersten Campingplatz (3800m) am Nachmittag, es beginnt zu regnen. Es wird dunkel, ich leg mich schlafen. Immer noch Regen, mein Schlafsack ist kaputt, alles verdammt kalt.

Donnerstag, 7 Uhr: Schock: Meine Kamera geht nicht mehr. Ich hoffe, es ist nur die verdammte nasse Kaelte, gibt daher (siehe unten) nur Bilder vom ersten Tag. Nach ein wenig Haferschleim zum Fruehstueck gehts los. 1000 Hoehenmeter warten, die ersten 700 vergehen schnell und easy. Ploetzlich wird es hart. Liegt wohl an der Hoehe. Es geht nur noch langsam voran, sehr langsam. Verdammt, wieso trage ich eigentlich meinen Rucksack selbst? Im Schnee erreichen wir den Pass auf knapp 5000m, es beginnt zu hageln, zu schneien, zu regnen. Der Abstieg geht schnell, es wird wieder waermer (10 Grad?). Naechster Campingplatz auf 4200m. Wir sitzen gemeinsam bei heisser Schokolade im Zelt, das tut gut, es wird dunkel, ich leg mich schlafen. Es regnet weiter. Mein Zelt ist nass, mein Schlafsack ist nass. Es wird noch kaelter.

Freitag, 7 Uhr: Ich habe 12h lang geschlafen / versucht zu schlafen, Knapp 30km warten zum Abschluss auf uns, alles leicht bergab. Wir brechen frueh auf, der Weg ist teilweise ueberflutet, wir muessen abenteuerliche Umwege laufen, ueber Fluesse springen und Baeche waten, aber unsere Gruppe ist geuebt, es geht schnell voran. Schade, dass es keine Bilder gibt. Nach 8 Stunden erreichen wir das Ziel, um 20 Uhr sind wir wieder in Huaraz. Mein Bus geht um 21:30 Uhr. Die Zeit reicht fuer eine wohltuende heisse Dusche.

Vier Fahrraeder in ein Taxe? Kein Problem! Auf dem 12km langen Anstieg Reifenpanne Puh, das war anstrengend Am Beginn des Santa Cruz Treks Unsere treuen Begleiter Im Fruehtau, zu Berge,... Santa Cruz Trek Am ersten Campingplatz Camping auf knapp 4000m Hoehe

14.03.-15.03.: Trujillo und Mancora, Peru
Ich will an die Kueste, ans Meer, dorthin, wo es warm ist. Ich erreiche Trujillo am Morgen. Weiterfahrt nach Mancora leider erst am Abend moeglich. Trujillo hat nicht viel zu bieten, aber es gibt Sonne satt, 30 Grad. Ich verbringen den ganzen Tag in Parks in der Sonne, bei frischem Ananas-Saft im Cafe oder bei Ceviche (Fischspaezalitaet) im Restaurant. Ich lade meine Kamera neu, und siehe da: Juhuu, geht wieder! Danach schon wieder Nachtbus. Ich erreiche Mancora um 4:30 Uhr morgens. Es ist noch dunkel, aber angenehm warm (25 Grad?). Lege mich erstmal mitsamt Gepaeck in den Park zum Chillen bis die Sonne aufgeht. Ploetzlich rennt ein Junge an, will sich meine kleinen Rucksack schnappen, er denkt wohl ich schlafe. Tja, Pech gehabt! Der Rucksack klemmt fest zwischen meinen Beinen, ich trete den Jungen, als er versucht ihn zu packen. Er rennt wieder weg.
Das Hostel ist toll, mit Swimmingpool etc., der Tag wird verdammt heiss. Mein erster Sonnenbrand, trotz Sonnencreme. Und: mein erstes richtiges Bett seit 5 Tagen. Das kalte Bier tut gut.

16.03.: Cuenca, Ecuador
Auf nach Ecuador, die Zeit draengt. Erster Bus geht nur bis Tumbes, der Anschlussbus hat Probleme, also wieder warten: verbringe die Zeit in Tumbes zusammen mit einem netten Hollaender (Gott verdammt, warum gibt es hier so viele Hollaender??), die Grenz-Buerokratie geht recht unkompliziert, an der ecuad. Grenze: schon wieder Bus wechseln, da ich nach Machala will. Die 10 min, die ich in Machala bin, verbringe ich damit, das Bus Terminal zu wechseln. Erwische den letzten Bus nach Cuenca gerade noch als er das Terminal verlaesst. Puh, Glueck gehabt. Ankunft in Cuenca: 21 Uhr. Das Hostel, das ich ausgesucht habe, ist wieder sehr nett, die Stadt ist aber teuer. Zum Abendbrot gibt es daher nur 3 billige Hot Dogs.

17.03.: Cuenca und Banos, Ecuador
Mein Mitbewohner im Zimmer kommt aus Polen, er ist sehr nett und beginnt gerade eine 5-Jahres-Weltreise, ausserdem trifft gerade ein Berliner ein, der Ecuador mit dem Fahrrad bereist, alles nette, verrueckte Leute, die viel zu erzaehlen haben, wuerde gerne noch laenger bleiben, zwinge mich aber dazu, weiterzufahren. Bevor ich zum Terminal laufe, schnappe ich mir noch eine neue Reiselektuere (meinen Stephan King habe ich in Mancora ausgelesen). Fahrt nach Banos etwas entaeuschend, da (mal wieder) alles voller Regen und Wolken, man sieht nicht viel von den beruehmten Vulkanen. Angekommen in Ambato noch schnell auf den erstbesten Bus nach Banos aufgesprungen, Ankunft: 21Uhr. Der Pole aus Cuenca hat mir das Hostal “Princessa Maria” empfohlen, leider gibt es keinen Dorm, also goenne ich mir ein Einzelzimmer mit TV fuer 6 Dollar pro Nacht. Nice!

Mancora Strand in Mancora Mal wieder Ceviche Mixto Grenze zu Ecuador Hostal in Cuenca, Ecuador Auf dem Weg nach Banos


18.03. - 19.03.: Banos, Ecuador

Ich will die Reise mit einem letzten Adventure abschliessen, Banos ist ideal dazu. Mittags lass ich mich zu einer Chiva-Tour ueberreden. Nicht besonders spannend, aber auch nicht teuer. Man faehrt mit “offenem” Bus zu diversen Wasserfaellen, ueberquert mit einem Metall-Korb einen Fluss und faehrt mit laut droehnender Enrique Iglesias - Musik wieder zurueck, nicht gerade das Abenteuer, das ich gesucht hatte. Entscheide mich daher fuer das Non-Plus-Ultra: Bungee Jumping, nicht die “normale” Variante aus dem Touristen-Prospekt, sondern ein richtiger Sprung von der Bruecke (Puente San Franzisco), 130 Meter tief, darunter ein reissender Fluss. Finde eine Agency, die bereit ist, mich fuer 22 Dollar spriingen zu lassen - in NZ haette ich wohl 5mal so viel gezahlt. Freier Fall: 60 Meter, mein “Guide” ist nett, 20 Jahre alt, spricht ein wenig deutsch, ist vertrauenswuerdig. Er springt zuerst, zeigt mir, wie es geht: Kraeftig abspringen, Salto machen, fliegen. Ich versuche mein Bestes. der letzte Schritt ist verdammt hart, der Absprung kostet Ueberwindung. Augen zu und durch! Ich springe bei drei. Unbeschreiblich, ohne Wort! Unten angekommen, renne ich den Berg wieder hoch, voll von Adrenalin…
Donnerstag, 19.03., ein verhaengnisvoller Tag: Ich plane einen gechillten Abschluss und buche eine Rafting-Tour. Level 4+ (Level 6 = Wasserfall). Ein bisschen paddeln im Wasser, tut sicher gut. Irrtum. Die Stroemung ist reissend, der Fluss voller Felsen, die Wellen mannshoch. Alles beginnt gut, keiner faellt, grosser Spass. Dann passiert es: Meine Schweizer Kolleginnen auf der anderen Seite des Boots verstehen die Kommandos falsch, paddeln an einer der gefaehrlichsten Stellen kraeftig in die falsche Richtung, das Raft wird auf einen riesigen Felsen gespuelt, stellt sich vertikal auf, kippt um. Alle Mann auf der anderen Seite fallen auf uns, ich werde unter Wasser gedrueckt, kalt, sekundenlang alles dunkel, meine Schwimmweste drueckt mich nach oben, es bleibt dunkel, ich merke, dass ich nicht weiter nach oben komme, das Boot, die Felsen, die Stroemung, alles drueckt mich nach unten, ich brauche Luft, versuche mich zu bewegen, nach vorne geht nicht, also nach hinten, mein Helmgurt klemmt fest, irgendwas mit der Leine, alles bewegt sich, reissende Stroemungen, ich bin immer noch unter Wasser, komme nicht nach oben, schaffe es aber irgendwie, mich zu befreien, bewege die Arme, versuche zu tauchen, gelange unters Boot, immer noch dunkel, aber endlich Luft, ein wenig, ich schlucke Wasser, muss weiter, tauche unter, tauche, tauche, lasse mich nach oben treiben, tauche weiter, es wird heller, endlich Luft, ich kann wieder atmen, versuche mich zu beruhigen, das Boot ist nicht weit weg, kann mich mit einer Hand festhalten, lasse mich treiben, Beine nach vorne, Kopf nach hinten,genauso wie zuvor gelernt. Die Stroemung wird schwaecher… Unser Guide hat es wieder aufs Raft geschafft, es liegt immer noch auf der falsches Seite, aber man kann drauf sitzen, als alle wieder oben sind, paddeln wir weiter, ans Ufer. Puh, geschafft. High Five! Erst jetzt merke ich die Kaelte.
Der Rest der Strecke: ein Kinderspiel.

Lebende Chicken im Pappe-Kaefig Mit dem Wasserfall nahe Banos Banos, Ecuador Vor dem Sprung: ziemlich aufregend! Mein Kollege springt zuerst Ready to jump! Trockenuebung am Start Grosse Felsen, kleines Boot Hohe Wellen, Level 4+

20.03.: Quito, Ecuador
Ich habe Geschichten ueber Quito gehoert, die will ich gar nicht gehoert haben. Soll gefaehrlich sein, hat man mir gesagt. Gut, ich bleibe hier eh nur eine Nacht. Busfahrt von Banos nach Quito ereignislos, immer noch alles in Wolken, keine Spur zu sehen von Cotopaxi und Co. Schade. Suche mir Hostal (Sucre) in der Old City in Laufweite zum Bus Terminal, Uebernachtung fuer 3 Dollar, nett, sehr nett. Will mir die Altstadt ein wenig ansehen, regnet aber immer noch. Na gut, dann eben nur kurz, auf den ersten Blick: eine Grossstadt wie jede andere auch in Suedamerika, morgen frueh geht’s weiter zur Grenze nach Tulcan.

21.03.: Ecuador und Kolumbien
Es ist genau das passiert, was eigentlich nicht passieren sollte. Ich habe es einige Male verhindern koennen, dachte eigentlich, ich waere auch diesmal aufmerksam genug, und dann war sie ploetzlich weg, meine Kamera. Schon wahnsinnig professionell, diese Typen, natuerlich waehrend der Busfahrt, obwohl der Rucksack direkt unter meinen Fuessen war. Troeste mich damit, dass sie ja immerhin schon recht alt und eh ein wenig kaputt war, dass es “nur” die Kamera war, die weg ist, und dass es anscheinend einfach zu einem ordentlichen SA-Trip gehoert, beraubt zu werden. Immerhin habe ich die knapp 200 Euro fuer einen Flug von Quito nach Bogota gespart, Bilder habe ich in Quito auch noch rechtzeitig auf Notebook und IPod laden koennen.
Die gute Nachricht an diesem Tag: Grenzuebergang und Weiterreise klappen problemlos wie geplant und gehofft.

22.03.: Bogota, Kolumbien

Nach 20h Busfahrt gesund und munter in Bogota angekommen, meinem grossen Rucksack geht’s leider nicht so gut, lag die ganzen 20h im Gepaeckfach in irgendeiner undefinierbaren stinkenden Fluessigkeit, stinkt jetzt abartig. Regnet mal wieder in Stroemen. Werde in den kommenden Tagen mich wieder auf deutsche Verhaeltnisse vorbereiten und natuerlich auch ein wenig die Stadt erkunden, Goldmuseum und so, leider gibts davon dann keine Fotos. 3 Tage noch, dann sitze ich im Flieger nach Madrid, freue mich schon… :-)

23.03.-25.03.: Bogota, Kolumbien
Die letzten Tage vergingen erwartungsgemaess recht schnell und (einigermassen) ruhig. Abgesehen von ein wenig Party abends hier im Hostel, habe ich vor allem versucht, mich ein wenig auszuruhen, viel gelesen, im Internet gesurft, etc. Mit einigen netten Leuten aus dem Hostel gings ausserdem zum Goldmuseum (naja, Standard halt) und zum Polizeimuseum (deutlich besser, mit Pablo Escobar und Co.).
Heute noch ein wenig shoppen, und am Nachmittag dann los zum Flughafen. Ich hoffe, die schmuggeln mir keine Drogen ins Gepaeck ;-)

Machu Picchu - Low Budget

Posted on | März 10, 2009 | 1 Comment

Ich war geschockt, als ich in Cuzco ankam und von den unverschaemt hohen Preisen eines Machu Picchu Trips hoerte. Wie es ueberall in Hostels und Reiseagenturen heisst, ist diese in den Bergen versteckte alte Inca Festung bzw. das dazugehoerige Touristen-Staedtchen Aguas Calientes nur per Zug von Cuzco aus erreichbar - und der kostet 96 Dollar, hin und zurueck, die billigste Zug-Variante wohlgemerkt. Hinzu kommen 18 Dollar fuer die Busfahrt von Aguas Calientes zu den Ruinen sowie 124 Soles (ca. 40 Dollar) Eintrittspreis (fuer Studenten nur die Haelfte). Damit gehoert dieser Ort wohl eindeutig zu den teuersten in ganz Suedamerika. Kein Wunder, schliesslich gibt es auch kaum einen Gringo-Suedamerika-Touristen, bei dem Machu Picchu nicht auf dem Reiseplan steht. Die entspr. Veranstalter koennen also verlangen, was sie wollen, an Touristen wird es ihnen trotz der hohen Preise nicht mangeln. Einheimische Besucher zahlen uebrigens nur einen Bruchteil des Ganzen.

Neugierig geworden durch einen kurzen Absatz in meinem Reisefuehrer googelte ich also nach billigeren Alternativen. Schnell fand ich in zahlreichen Blogeintragen (meist schon 2-3 Jahre alt) genauere Beschreibungen der im Guidebook angedeuteden Moeglichkeit, per Bus ueber Santa Maria nach Santa Teresa und dann zu Fuss nach Aguas Calientes zu gelangen. Da meine Abenteuerlust anscheinend immer noch nicht gestillt war, beschloss ich, diese Variante auch auszuprobieren. Vielleicht kann ich durch diesen Blog-Eintrag ja auch weitere Reisende fuer diesen billigeren Weg begeistern. Ich bin im Nachhinein zumindest der Meinung, dieser kleine Umweg hat sich definitiv gelohnt. Man erhaelt einen wunderbaren Einblick in atemberaubende, subtropische peruanische Landschaft und in kleine, versteckte Doerfer abseits des gewoehnlichen “Gringo-Trails”. Auch die Organisation von Transport etc. war deutlich einfacher und unkomplizierter als erwartet. Und keine Sorge: Ganz so unbekannt scheint diese Variante auch nicht zu sein, zumindest habe ich auf dem Weg zahlreiche weitere Touristen mit demselben Reiseziel getroffen, so dass man auch als Allein-Reisender nie “alleine” ist.

Die erste Station der Reise war ein kleiner Ort mit dem Namen Santa Maria, den man in 4 bis 7 Stunden von Cuzco aus erreicht - je nachdem ob man sich fuer Bus (langsam) oder Minivan (schnell) entscheidet. Zentrale Anlauf- und Abfahrtsstelle fuer beide ist das “Santiago Bus Terminal” (Link zu Google Maps) entlang der Hauptstrasse “Antonio Lorena” (etwa auf Hohe der Abbiegung “Pranzisco Pizarro”) in Cuzco. Man erreicht diesen Ort entweder in ca. 15 Minuten zu Fuss von der Stadtmitte aus oder in 5 min per Taxi fuer 3 Soles. Ich entschied mich dazu, schon am Vortag der geplanten Abfahrt dort vorbeizuschauen und wurde bei meiner Ankunft auch prompt von allen Seiten von zahlreichen Haendlern begrabscht, verfolgt und angeschrien. Sofort entlarvten sie mich als Machu Picchu - Tourist, schrien “Santa Maria, Santa Maria” und wollte mich fuer ihren Minivan in Richtung Quillabamba (naechste Stadt nach Santa Maria) gewinnen. Obwohl der Bus (empfohlen wird immer das Unternehmen “Turismo Ampay”) nur 15 Soles gekostet haette, entschied ich mich fuer die deutlich schnellere Fahrt in einem modernen Minivan, zahlte nach kurzen Verhandlungen 20 Soles, und startete schliesslich am naechsten Tag um 8 Uhr morgens meinen Trip.
Die vierstuendige Fahrt (die ersten drei Stunden uebrigens auf nahezu perfekter, asphaltierter Strasse) fuehrte ueber Urubamba und Ollantaytambo schliesslich durch atemberaubende Gebirgslandschaft ueber einen 4200 Meter hohen Pass wieder hinab auf ca. 1000 Meter in die peruanischen Subtropen nach Santa Cruz. Dort warteten bereits einige weitere Touristen und einige Mini-Busse auf die Weiterreise in ein Seitental nach Santa Teresa. Die Behauptung meines Guidebooks, wonach eine unmittelbare Weiterreise in Richtung St. Teresa nur am fruehen Morgen moeglich waere, stellte sich damit erwartungsgemaess als totaler Bloedsinn heraus. Nach einem 20minuetigen, lustigen “Streitgespraech” zwischen Fahrern und Touristen, welcher Minivan denn nun am schnellsten und komfortabelsten sei, schloss ich mich einfach zwei Amerikanern und zwei Brasilianern an und stieg fuer 8 Soles in einen alten Kombi, unter der Bedingung, dass wir nun endlich losfahren, und zwar sofort. Einer von uns musste zwar im Kofferraum unterkommen, aber kein Problem, wir sind ja in Suedamerika, da ist das normal. Alle Fahrer boten uebrigens von sich aus sofort an, nicht nur die 30km bis Santa Teresa (langsame, zweistuendige Fahrt an steilen Gebirgshaengen entlang) zu fahren, sondern uns direkt zur sog. “Hydroelektrico-Station” zu bringen (weitere 10km hinter Santa Teresa). Viele aeltere Blogs berichten ausserdem von einer gewissen “Haenge-Gondel” bzw. einem “Metall-Korb”, mit dem man den Fluss nach Santa Teresa ueberqueren muss. Dies ist inzwischen ueberfluessig, da es seit kurzem eine neue Bruecke gibt, die es auch problemlos Autos ermoeglicht, zur Hydroelektrico-Station zu gelangen (leider, haette so eine Gondel-Fahrt gerne mitgemacht).
Dort angekommen war es bereits ca. 16 Uhr und nach einer kleinen Staerkung (es gibt dort am Beginn der Bahnschienen einige Staende, die auch warmes Essen anbieten) begannen wir unsere 2stuendige Wanderung (Achtung: die “richtigen” Bahnschienen fuehren einige Meter rechts ueber den Markstaenden entlang und sind von dort durch einige Trampelpfade in 2-3min erreicht, die “anderen” Schienen unten an den Verkaufsstaenden enden nach ca. 10min). Nach etwa acht, leicht ansteigenden Kilometern entlang der Bahnschienen erreichten wir schliesslich rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit Aguas Calientes. Ein Hostel (15 Soles) war schnell gefunden und wie es der Zufall so wollte, traf ich auf den Strassen des Touristen-Doerfen natuerlich zwei Bekannte wieder: Andy und Joe, denen ich mich sofort zum gemeinsamen Abendessen anschloss. Anschliessend war auch schon Bettruhe angesagt, schliesslich wollte ich naechsten Morgen zumindest einigermassen fit die Machu Picchu - Ruinen erkunden.

Angekommen in Cuzco Cuzco von oben Santiago Bus Terminal Auf dem Weg nach Santa Maria Auf dem Weg nach Santa Maria Santa Maria Auf dem Weg nach Santa Teresa Hydroelectroco-Station Auf dem Weg nach Aguas Calientes Ankunft in Aguas Calientes

Die Inca - Anlage befindet sich etwa 300 Hoehenmeter oberhalb des Dorfes, versteckt auf dem Sattel eines Berges. Der Fussweg dorthin fuehrt zunaechst einige Minuten am Fluss entlang in Richtung Hydroelektrico-Station, dann nach der Fluss-Ueberquerung mittels hohen Steinstufen immer steil bergauf, wobei mehrmals die serpentinenfoermige Fahrstrasse ueberquert wird. Ich verliess Aguas Caliente um etwa 5 Uhr morgens (die Tore zu den Ruinen oeffnen um 6 Uhr) und erreichte den Eingang nach etwa 1,5 Stunden - ja, ich war langsam, hatte kein Fruehstueck, und musste ausserdem zu Beginn nochmals zum Hostel zurueck, da ich meinen Passport dort vergessen hatte :-/.
Eine weitere Sache ist an dieser Stelle evtl. noch erwaehnenswert: Offiziell (und laut Reisefuehrer) gibt es genau zwei Orte, an denen man die “Eintrittskarten” fuer Machu Picchu erwerben kann: entweder in Cuzco oder in Aguas Calientes. Nach einem kurzem Gespraech mit der Verkaufsdame am entspr. Ticket-Office in Aguas Calientes erfuhr ich von einer weiteren Moeglichkeit. Hintergrund war folgender: da ich leider auf meiner Reise keinen ISIC-Studentenausweis dabei habe, suchte ich nach einer anderen Moeglichkeit, mich als Student auszuweisen, um in den Genuss des deutlich billigeren Tarifs zu kommen. Also gab mir die nette Dame den Tipp, ich solle warten, bis ich am Eingang zu den Ruinen bin und mich dann am Computer des dortigen Bueros in den persoenlichen Bereich meiner Hochschule einloggen (ja, dort oben gibt es Internet). Ich war zwar anfangs etwas skeptisch, aber vor Ort klappte dann in der Tat alles problemlos. Ich war somit als Student “verifiziert” und habe damit 20 Dollar gespart. Yeah! Noch ein weiterer Tipp: Verpflegung kann man zwar am Eingang ebenfalls kaufen (innerhalb der Ruinen nicht), aber die Preise bewegen sich leider auch dort auf hohem europaeischem Niveau. Es lohnt sich also, alles Notwendige bereits in Aguas Calientes zu kaufen und selbst mit nach oben zu schleppen.

Die Ruinen-Anlage selbst ist innerhalb von wenigen Stunden locker erkundet. Wenn man Lust auf ein wenig mehr Hintergrundinformation hat, kann man sich natuerlich auch jederzeit neben einer gefuehrten Gruppe (die erscheinen dann alle so ab 9 Uhr in Massen) niederlassen und als “Schmarotzer” den Erlaeuterungen des Guides lauschen. Eine weitere Attraktion und der Grund dafuer, dass ich bereits so frueh aufgebrochen bin, ist der Berg “Huayna Picchu”, dessen Gipfel mit weiteren Inka-Ruinen ca. 300Hm ueber den Uberresten von Machu Picchu thront. Die Anzahl der Besucher, die diesen Berg erklimmen duerfen, ist auf 400 taeglich beschraenkt. Die Registrierung erfolgt an einer Huette direkt am Fusse des Berges. Ich selbst stuermte gleich nach Ankunft zur Huette und bat um ein Ticket fuer die “zweite Gruppe” zwischen 10 und 11 Uhr, da ich hoffte, das Wetter wuerde sich bis dahin ein wenig bessern (was auch der Fall war). Spaeter stellte sich jedoch meine Planung als uebertrieben heraus, denn meine beiden amerikanischen Freunde Diana und Chris trafen erst gegen 12 Uhr bei der Registrierung ein und konnten immer noch problemlos eintreten. Liegt wohl an der Low Season, dass so “wenige” Leute die zusaetzliche Wanderung auf sich nehmen wollen.
Der Pfad zum Gipfel des Huayna Picchu ist anspruchsvoll, besonders bei Naesse, steil und anstrengend. Ich erreichte den hoechsten Punkt nach etwa 40 Minuten, habe mich aber auch wirklich beeilt. Fuer die tolle Aussicht, die nicht nur ein tolles Panorama auf die Machu Picchu Ruinen selbst bietet, sondern auch einen Blick flussabwaerts bis zur Hydroelectrico-Station erlaubt, lohnt sich die Anstrengung aber allemal.

Um 14 Uhr traf ich mich wieder mit Diana und Chris. Gemeinsam begaben wir uns dann wieder auf die 2,5stuendige Wanderung zurueck zur Hydroelectrica-Station, wo natuerlich wieder “Taxis” auf ankommende Gringos warteten. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit erklaerte sich allerdings kein Fahrer bereit, am selben Tag noch den ganzen Weg bis Cuzco zurueck zu legen. Sie erklaerten uns ausserdem, dass die Hostels in Santa Teresa deutlich besser sein als die in Santa Maria (falls es dort ueberhaupt welche gibt), also legten wir kurzerhand dort eine kurze Zwischen-Uebernachtung ein - natuerlich incl. Besuch der Dorf-Disko. Am naechsten Morgen ging es dann mit selbigem “Taxi” wieder nach Santa Maria und von dort wieder mit einem Mini-Van zurueck zum Ausgangspunkt in Cuzco. Als wir dort ankamen, war es bereits Nachmittag. Das “Umsteigen” in Santa Maria stellte sich diesmal als etwas schwieriger heraus, da die meisten Vans, die aus Quillabamba antrudelten, bereits voll waren. Nach einer Stunde Wartezeit hat es schliesslich doch geklappt - wenn auch mit etwas Platzknappheit waehrend der Fahrt. Als Alternative waere natuerlich immer noch der Bus gelieben, der regelmaessig von Santa Maria nach Cuzco verkehrt (”Turismo Ampay”), allerings 2-3 Stunden laenger benoetigt als die Minivans.

Machu Picchu am fruehen Morgen Machu Picchu - noch in Wolken Machu Picchu - langsam klart es auf Zugang zum Huayna Picchu Auf dem Gipfel des Huayna Picchu Blick vom Huayna Picchu Steiler Weg zum Huayna Picchu Machu Picchu Giftige Schlange auf dem Weg zurueck Diana und Chris Santa Teresa bei Nacht Bus in Santa Maria

Fazit: Ich bin durchaus zufrieden mit dem Trip. Es war sicher ein wenig erlebnisreicher und spannender als der “normale” Touristenweg mittels PeruRail. Mit Zug ist ein Trip nach Machu Piccu zwar auch innerhalb eines einzigen Tages moeglich, aber wer einen zusaetzlichen Tag opfern kann (ich habe fuer die Tour 2,5 Tage gebraucht), sollte in meinen Augen diese Machu Picchu Variante ernsthaft in Erwaegung ziehen. Ein wenig Abenteuerlust und ein paar grundlegende Spanischkenntnisse sind sicher von (grossem) Vorteil, z.B. um mit den Fahrern Preis und Route zu verhandeln. Allerdings wird man immer auch auf weitere Touristen treffen (insbesondere aus anderen Laendern Suedamerikas), denen man sich einfach anschliessen kann. Fuer Transport und Unterkunft habe ich insgesamt etwa 90 Soles (knapp 30 Dollar) bezahlt: 30 Soles fuer die Hinfahrt, 35 Soles fuer die Rueckfahrt, 15 Soles fuer die Uebernachtung in Aguas Calientes, 10 Soles fuer das Hostal in Santa Teresa. Ich bin mir sicher, mit diesem Preis kann keine Reiseagentur in Cuzco mithalten…

Update 15.03.09: Ich selbst habe zusammen mit Diana und Chris noch am selben Abend Cuzco verlassen, habe nach kurzem Aufenthalt in Lima einige anstrengende Tage in den Bergen bei Huaraz hinter mich gebracht (das war mein wohl letztes Adventure in Suedamerika) und befinde mich jetzt gerade im Strandparadies von Mancora (11:30pm, immer noch 25 Grad) im Norden Perus. Morgen geht es rueber nach Ecuador und von dort dann hoffentlich moeglichst zuegig zu meiner “Endstation” nach Bogota. Bericht ueber meine letzten Tage folgt dann von unterwegs…

Auf den Spuren der Incas

Posted on | März 10, 2009 | 1 Comment

Es ist mal wieder soo viel passiert seit meinem letzten Bericht. Ohne Rast und Ruh’ bewege ich mich nun schon seit Wochen quer durch Bolivien und Peru, von einem Platz zum naechsten, ohne grosse Planung, sich einfach ein wenig “treiben lassen”. Eigentlich eine schoene Art zu reisen, wenn auch allmaehlich ein wenig ermuedend. Aber bald bin ich ja wieder zurueck in Deutschland und kann Urlaub machen mich waehrend des Studiums ausruhen. :-)

Im Grunde haette ich die Ueberschrift fuer diesen Eintrag auch “Andy auf der Spur” nennen koennen, denn genau das war ich in den letzten Tagen. Aber erst einmal der Reihe nach: Nachdem ich also die “Death Road” schadenfrei ueberstanden hatte, hiess es am naechsten Morgen endgueltig “Goodbye, La Paz”. Meine letzte Station in Bolivien sollte die Isla del Sol im Titicacasee sein, einer der kulturell bedeutendsten Orte in Suedamerika, zumindest gilt er - dem Glauben der Inca zufolge - als Geburtsort der Inca-Dynastie. Ausgehend von dem Touristen-Staedtchen Copacobana brachte mich eine schoene, aber kalte Bootsfahrt und ein harter, kurzer Anstieg auf alten Inka-Pfaden schliesslich nach Yumani, einem verschlafenen Dorf, etwa 200 Meter oberhalb des Sees gelegen. Den Nachmittag und Abend verbrachte ich mit einem kurzen Insel-Rundtrip auf einsamen Pfaden, ab und an nur durch einige Schafe, Esel oder Lamas gestoert. Die Insel ist definitiv ein schoener Ort, um dem Laerm und Verkehr der Staedte zu entfliehen und ein wenig Einsamkeit, tolle Landschaft und Natur zu geniessen.

Unser Bus wird ueber den Kanal verschifft Auf dem Weg zur Isla del Sol isla del Sol Isla del Sol: Ein Ort zum Relaxen Isla del Sol Mein Hostal auf der Isla del Sol

Mein straffer Zeitplan erlaubte allerdings leider keinen laengeren Aufenthalt, schliesslich wollte ich Andy noch rechtzeitig vor seiner Abreise in Arequipa besuchen. Der direkte Weg dorthin fuehrte mich ueber die bolivianisch-peruanische Grenze bei Yunguyo zunaechst nach Puno. Bis zur Abfahrt des Nachtbuses nach Arequipa hatte ich noch ein paar Stunden Zeit, die ich natuerlich nicht ungenutzt lassen wollte und mich daher dazu entschloss, mich einer dreistuendigen gefuehrten Tour zu den “Uros-Inseln” anzuschliessen. Dabei handelt es sich um “schwimmende”, kuenstlich errichtete Inseln, die einzig und allein aus Stroh gebaut sind. Irgendwie alles ist dort aus Stroh. Die Haeuser, der Boden, sogar das Essen. War alles ganz nett anzuschauen, aber man merkte doch recht schnell, dass die ganze Szenerie doch nicht so wirklich “natuerlich” wirkte, sondern sehr, sehr auf den Tourismus ausgerichtet ist. Naja, man kanns ihnen nicht veruebeln.
Eine weitere gute Sache hatte Puno ausserdem zu bieten: Ich habe endlich wieder einen ordentlichen “Book Exchange” gefunden, wo ich mein ausgelesenes Ken Follett - Buch gegen zwei neue Buecher umtauschen konnte (ich hab die Regel “2 gegen 1″ einfach zu “2 fuer 1″ umgedreht…).

Schwimmende Inseln aus Stroh Los Uros: Alles aus Stroh Unser Guide erklaert den Bau einer Insel Los Uros Die Bewohner singen ein Lied fuer uns

Naechste Station - Arequipa: Ein Nachtbus hat oft Vor- und Nachteile. Vorteil: Er ist meist top ausgetattet und man spart das Geld fuer ein Hostel. Nachteil: Man erreicht den Zielort oft zu unmoeglichen Zeiten. Was macht man also um 4 Uhr nachts am Bus Terminal in Arequipa? Richtig. Man sucht sein zwei freie Sitzplaetze, packt seinen Schlafsack aus, sichert Gepaeck so gut wie moeglich mit Haenden, Fuessen, Schloessern, Seilen etc., und versucht zu schlafen. Hat auch ganz gut geklappt, zumindest bis 7 Uhr. Dann war es hell, ich war einigermassen ausgeschlafen, konnte mir ein Hostel suchen und Andy von meiner Ankunft informieren. An alle, die ihn kennen: Nein, er hat sich kaum veraendert und ist immer noch so klein, dass er unter den Peruanern kaum auffaellt :-).
Ich wollte Andy natuerlich nicht weiter von der Arbeit abhalten, also habe ich zusammen mit Joe ein wenig die Stadt erkundigt und dabei feststellen duerfen, welche “niedrigen” Lebensstandard ich ueber Wochen hinweg in Bolivien - mehr oder weniger unbewusst - erlebt hatte. Zum ersten Mal seit Wochen sah ich mal wieder “richtige” Supermaerkte, mit Kassen und mit Einkaufswaegen, und mit richtigen Regalen fuer die Lebensmittel. Generell scheint Peru doch ein wenig “reicher” zu sein als Bolivien, kein Wunder, hier ist ja auch alles fast doppelt so teuer (und trotzdem immer noch viel, viel billiger als in Deutschland).
Die anschliessende kleine Party (Andys letzter Arbeitstag) sorgte dann dafuer, dass ich leider nur ca. 3 Stunden ordentlichen Schlaf in dieser Nacht geniessen durfte, da meine gebuchte 3-Tages-Tour zum Colca Canyon mal wieder zur unmoeglichsten Uhrzeit mitten in der Nacht startete. Egal, weiter ging’s, ich bin ja nicht zum Schlafen nach Suedamerika gekommen.

Arequipa mit El Misti im Hintergrund Arequipa Wiedersehen macht Freude Andy und Joe Andys Abschiedsfeier Andy freut sich ueber sein Geschenk

Als es hell wurde, und wir den ersten Aussichtspunkt per Bus erreichten, sah man leider nicht viel. Keinen Canyon, keinen Condor, dafuer viele Wolken. Im Laufe des Vormittags klarte es allerdings allmaehlich auf und als fuer unsere Gruppe gegen Mittag dann die Wanderung endlich losging, hat sich das Wetter auch endlich beruhigt und offenbarte uns einen atemberaubenden Blick auf die Schlucht, die sich nahezu endlose tausend Meter unter uns in die Tiefe erstreckte. Einfach atemberaubend. Auf den folgenden vierstuendigen Abstieg konnte man nicht nur staendig diese tolle Aussicht auf die groesste Schlucht der Welt geniessen, sondern auch immer wieder den ein oder anderen Condor beobachten, der ueber uns seine Kreise zog. Leider war der Wanderstil meiner Wander-Kollegen (zwei Englaender, zwei Argentinier) dann doch ein wenig zu langsam fuer mich, so dass ich immer wieder ein wenig warten musste und wir bei Regen und erst nach Einbruch der Daemmerung unsere Unterkunft bei einer einheimischen Familie erreichten.
Der naechste Tag begann sonnig. Das kalte Bier und die Abkuehlung im Swimmingpool der nahegelegenen Oase tat daher wirklich gut und gab auch wieder die Energie zurueck, die noetig war, um den folgenden Abstieg ueber 1000Hm zu meistern (meine Zeit: 2:10h, yeah, ich bin stolz auch mich). Es scheint so, dass es zur Regenzeit hier in Peru ueblich ist, dass der Tag sonnig und klar beginnt und mit Regen endet, der im Laufe des Nachmittags beginnt. Zumindest war es an diesem Tag genauso, so dass wir alle etwas durchnaesst schliesslich am spaeten Nachmittag wieder in Copanaconde, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung erreichten. Nach einigen Glaessern Pisco Sour, dem Nationalgetraek Perus, am Abend sollte es dann am naechsten Morgen dann moeglichst schnell wieder mit Bus zurueck nach Arequipa gehen. Sollte. Von schnell kann jedenfalls keine Rede sein, da der Bus mal wieder Probleme machte (die vielen Schlagloecher haben wohl irgendwie die Rad-Aufhaengung beschaedigt). Diese Verzoegerungen sorgten also schliesslich dafuer, dass nicht nur der Abstecher zu den Thermalbeadern ausfiel, sondern wir auch erst mit mehrstuendiger Verspaetungen in Arequipa eintrafen. Allen Bemuehungen meines netten Guides zum Trotz konnte ich daher nicht verhindern, dass ich ein paar wenige Minuten zu spaet am Terminal eintrudelte und mein gebuchter Bus ohne mich nach Cuzco abfuhr. Der einzige noch verfuegbare Nachtbus nach Cuzco war zwar teuer, da ich allerdings nicht noch einen Tag in Arequipa bleiben wollte, nahm ich den Luxus in Kauf und zahlte etwa 20 Euro fuer die “luxurioeseste” Busfahrt, die ich bis zu diesem Zeitpunkt je erlebt hatte: Abendessen, Decke, DVD-Unterhaltung, englischsprechendes Personal, und sogar Fingerabdruecke zur Sicherheit vor Hijackern…

Rueckweg im Regen Oase mitten im Canyon Erfrischende Oase Hilfe, ich blute! Kaktus-Frucht In einem kleinen Dorf-Museum Der zweite Tag begann sonnig Unsere Unterkunft Condor Watching Beim Abstieg Junge am Colca Canyon Der tiefste Canyon der Welt Haessliches Schaf Nebel am Colca Canyon

Angekommen in Cuzco und konfrontiert mit den unverschaemten Touristen-Preisen fuer einen Trip nach Machu Picchu (allein das Zugticket kostet 100 Dollar return), entschloss ich mich kurzerhand zu einer weiteren Herausforderung. Ich wollte Machu Picchu per Bus und Fuss erreichen - so billig wie moeglich. Das Durchforsten einiger Weblogs bestaetigte mir, dass das moeglich ist. Und ich Nachhinein kann ich nur zustimmen: Ja, es ist moeglich. Sogar einigermassen unkompliziert und sehr billig.
Trotzdem wissen nur sehr wenige Touristen von dieser Moeglichkeit, die nicht nur bis zu zehnmal billiger ist, sondern nebenbei auch noch tolle Einblicke in faszinierende peruanische Landschaften und abgelegene Doerfer gibt. Da ich trotz der Fuelle an Beschreibungen dieser 2-3 Tagestour im Internet kaum aktuelle, und vor allem kaum deutschsprachige Berichte gefunden habe, habe ich beschlossen, in einem eigenen Blog-Beitrag (folgt hoffentlich in ein paar Tagen) meine Erfahrungen moeglichst detailliert zu beschreiben. Vielleicht kann ich so ja den ein oder anderen weiteren Gringo dazu animieren, der halsabschneiderischen peruanischen Eisenbahn ein Schnippchen zu schlagen und das Geld fuer sinnvollere Dinge zu sparen…

Wenn ich mir die Bilder so anschaue, fallen mir noch duzende Anekdoten ein, die es wert waeren, erwaehnt zu werden, allerdings ist der Beitrag sowieso mal wieder viel zu lange geraten. Also: erstmal Schluss fuer heute. Momentan befinde ich mich in Huaraz in den Cordilleras Blancas, ich habe Glueck, dass ich diesen Beitrag noch online stellen kann, da bis vor wenigen Minuten noch ein Stromausfall (fast) die ganze Stadt lahm gelegt hat. Morgen werde mich zu einer letzten 3taegigen Trekking-Tour aufmachen, bevor es dann endgueltig auf den “Heimweg” in Richtung Bogota geht. In diesem Sinne: Adios, amigos!

El camino de la muerte

Posted on | Februar 26, 2009 | 1 Comment

Vor etwa 10 Jahren wurde die schmale, gut 60km lange Strasse zwischen dem Pass “La Cumbre” (4700m) nahe La Paz und dem Jungas-Staedtchen Coroico (ca. 1500m) offiziell zur gefaehrlichsten Strasse der Welt ernannt. Kein Wunder bei etwa 100 Todesopfern pro Jahr. Seitdem allerdings vor etwa 3 Jahren eine geteerte, laengere Strasse eroeffnet wurde, beschraenkt sich die Zahl der Opfer lediglich auf ein paar wenige, zu uebermuetige Mountainbike-Touristen. Trotzdem (oder gerade deswegen) zaehlt ein Mountainbike-Ritt auf dieser “Death Road” zweifellos zu den Haupt-Attraktionen von La Paz, der sich kaum ein Tourist entziehen kann. Ich auch nicht.

Angekommen am La Cumbre-Pass wurde unserer Gruppe (zwei Argentinier, zwei Chilenen, ein Franzose und ich) schnell klar, dass die ersten Kilometer sicher kein Vergnuegen sein werden. Wer schon einmal bei Temperaturen um null Grad ohne Handschuhe bergab gefahren ist, weiss, wovon ich spreche. Doch tapfer widerstand ich der Versuchung, in den warmen Bus zu steigen, und mit der Gewissheit, dass es von Minute zu Minute waerme wurde, waren die ersten 20km schnell ueberstanden. Gluecklicherweise verlief dieser Teil noch auf geteertem Weg, der keine allzu grosse Konzentration erforderte.
Anschliessend begann die eigentliche “Death Road”, ein teilweise nur etwa 3 Meter breiter Pfad, kurvenreich, mitten in senkrecht emporsteigende Berghaenge gehauen, unter Wasserfaellen hindurch, vorbei an bis zu 1000m tiefen Abgruenden und natuerlich ohne jegliche Strassenbegrenzungen. Unvorstellbar, dass diese Strasse vor wenigen Jahren noch eine der Hauptverbindungswege zwischen Brasilien/Amazonas-Becken und La Paz/Peru war. Als groesste Schwierigkeit stellte sich fuer uns zu Beginn der starke Regen heraus, der dafuer sorgte, dass die Sicht mit lauter Wasser und Matsch im Gesicht stark eingeschraenkt war. Trotzdem machten wir uns, angefuehrt von unserem Guid Luiz, mit ordentlichem Tempo auf die ersten Kilometer. Doch spaetestens als es den ersten von uns vom Rad geschmissen hat - gluecklicherweise auf die rechte, nicht auf die linke Fahrbahnseite - begriffen alle den Ernst der Lage und setzten mit voller Konzentration den Weg fort. Das Klima wurde immer tropischer, das Wetter immer besser und so waren die restlichen Kilometer bis zum Ziel vor allem eins: Spass pur!
Nach ueber 3000 ueberwundenen Hohenmetern konnten wir uns dann in einer tropischen Hotel-Oase mit Swimmingpool und leckerem Buffett wieder ordentlich staerken und ausruhen, bevor es mit dem Bus wieder zurueck nach La Paz ging.

Zum Schluss noch eine Anmerkung: In allen lokalen Hostels und Guidebooks heisst es: Macht diese gefaehrliche Tour unter allen Umstaenden nur mit einem renommierten (und teuren) Tour Operator. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich hatte mich fuer einen weniger bekannten Operator (Pecha Tour) entschieden, nur 270Bs statt der unverschaemten 800Bs des Marktfuehrers gezahlt, und habe mich nie unsicher gefuehlt. Unser Guide war erfahren, unsere Bikes zwar nicht state-of-the-art, aber mehr als ausreichend, und auch ansonsten hat alles gepasst (Hotel, T-shirt, Bilder-CD incl.). Alles in allem, ein Top-Erlebnis, Downhill-Mountainbiking rulez.

Update: Meine Travel Map habe ich inzwischen auch wieder aktualisiert (Aktueller Standort: Cusco, 04.03.09), ein Blog-Eintrag ueber die letzten Tage (Isla del Sol, Arequipa, Colca Canyon…) folgt dann wieder “demnaechst”.

Am Startpunkt auf 4700 Meter Unser Begleitfahrzeug Gleich gehts auf die Death Road Unsere Bikes Auf dem Weg nach Coroico Unsere Gruppe Gefaehrlich, gefaehrlich Lunch Pause El camino de la muerte Stetig bergab auf 1500 Meter Wasserfall an der Death Road Mit voller Konzentration Hotel-Oase nahe Coroico Cerveza Pacena


ältere Einträge »

  • Flickr Photostream

    photo
  • -->